Rückblick

Ach was  gegen  Gamgoom“

Rennbahn Berlin-Hoppegarten, 19. Juli 2015, 16:20 Uhr: Die Uhren der Galoppwelt stehen still.
ACH WAS und GAMGOOM beziehen ihre Startboxen an der 1.200m-Startstelle der Geraden Bahn. Alexandra „Sascha“ Vilmar, deutsche Meisterin der Nachwuchsreiter, und Stefanie „Steffi“ Hofer, erfolgreichste deutsche Rennreiterin, dirigieren ihre Pferde an die Außenseite, hautnah an den Zuschauern vorbei, die heute in Scharen dem ungewöhnlichsten Pferderennen Deutschlands seit über 100 Jahren gebannt entgegenfiebern. Die klassische Form des Galopprennen: Einer gegen einen – Pferd gegen Pferd, Besitzer gegen Besitzer, Jockey gegen Jockey.

Das Echo in der nationalen und internationalen Rennsportwelt, aber auch besonders außerhalb der Szene – übertrifft alle Erwartungen – im Vorfeld, am Renntag und auch danach.
Alles begann mit diesem Leserbrief von Guido Schmitt in der Sport-Welt vom 10.07.2015.

 

Die Galopprennbahn Bremen bot den beiden Kontrahenten via Facebook sofort ihre Anlage für das Match-Race an. Der Termin stehe zur freien Auswahl – und auch das Hotel auf der Rennbahn böte genügend Platz für alle mitreisenden Fans.

Kurz darauf meldete sich Baden Racing: Man würde sich freuen, das Match-Race am Schlusstag der Großen Woche Anfang September 2015 in Iffezheim präsentieren zu dürfen.
Dann offerierte Gerhard Schöningh, Eigner der Rennbahn Berlin-Hoppegarten, seine „Gerade Bahn“ und die Einbindung in den Renntag am 19.07.2015.

ACH WAS und GAMGOOM (samt ihren Teammitgleidern) beratschlagten kurz und entscheiden sich für – Hoppegarten!
Beide hatten dort schon gewonnen, die Gerade Bahn sorgt für fairste Bedingungen, und man soll das (Huf)Eisen schmieden, solange es heiß ist: Deshalb ist ein Start in zehn Tagen die beste Variante.
pferdewetten.de sprang als Sponsor auf, lobte 10.000 € an Preisgeld aus und versprach, die Marketingtrommel ordentlich zu rühren.
Natürlich nahm Christian Sundermann Guido Schmitts Fehdehandschuh auf – und das Duell an:

 

Inzwischen berichteten die führenden europäischen Galopp-Zeitungen über das bevorstehende Match-Race: „Paris-Turf“ und „Racing Post“.
ACH WAS und GAMGOOM konnten auf der eigens eingerichteten Facebookseite „The Match-Race“ binnen weniger Tage über 1.000 Fans begrüßen, die fortan Tag für Tag mit Neuigkeiten der beiden Protagonisten gefüttert wurden. Auch die beiden Trainer, Mario Hofer aus Krefeld und Wolfgang Figge aus München, die beiden Reiterinnen Steffi Hofer und Alexandra Vilmar und auch die Besitzer Guido Schmitt und Christian Sundermann kamen in Videobotschaften zu Wort.

Presseclippings und unzählige Beiträge der Fans machten Facebook zu DEM zentralen Info-Tool der ganzen Aktion. Die Zeitungen schrieben, was das Zeug hält. Am schrillsten – wie immer – die Zeitung mit den vier Buchstaben: BILD plakatierte in ganz Berlin ihre „stillen Verkäufer“, die Selbstbedienungsbehälter auf den Bürgersteigen, mit der Schlagzeile: „Reiche Rivalen planen verrücktes Pferderennen“.

Tierische Unterstützung gab natürlich es auch:

Tiere2 Tiere1

 

 

 

 

Am Renntag selbst regnete und hagelte es „cats & dogs“. Ein Insider berichtete: „Wenn nicht dieses Match-Race auf der Agenda gestanden hätte, wäre kein Zuschauer gekommen.“

So kamen einige tausend Besucher, die von Guido Schmitt und Christian Sundermann persönlich mit frisch gezapftem Düsseldorfer Alt und Münchner Hellem versorgt wurden. Dieses Rennen gewann München: Das Fass Augustiner war zuerst geleert.

pferdewetten.de hatte für die Fans hunderte Banner drucken lassen, mit denen sie ihre Sympathie für ihren Star ausdrücken konnten.

 

Für die Teams gab es Shirts mit den passenden Aufdrucken.

Guido Schmitt und Christian Sundermann wetteten je 1.000 € auf den Sieg ihres Galoppers mit der Absicht, den Gewinn an die deutsche Jockeyschule (www.jockeyschule.de) zu spenden.

Das Rennen selbst ist schnell erzählt: ACH WAS (Siegquote 17:10) ging als Letzter in die Startbox und wurde von Sascha Vilmar gleich an die Außenrails, also auf die Seite der Zuschauertribünen gelenkt. Steffi Hofer folgte mit dem Favoriten GAMGOOM (14:10) dichtauf. So marschierten die beiden Paare die ersten 500m mit Vollgas den Zuschauern entgegen. Dann machte sich GAMGOOM auf die Verfolgung, schloss auf und gelangte mit drei, vier kraftvollen Galoppsprüngen an ACH WAS vorbei an die Spitze. 400m vor dem Ziel löste sich GAMGOOM auf ein, zwei Längen von dem sich tapfer wehrenden ACH WAS und konnte den Vorsprung ausbauen. GAMGOOM löste alles Vertrauen seiner Wetter ein und verdeutlichte, dass er im Handicap zu recht deutlich über ACH WAS stand. Dieser konnte auf den letzten Metern den Abstand etwas verkürzen, jedoch galoppierte GAMGOOM locker und leicht mit vier Längen Vorsprung unter dem tosenden Applaus seiner Fans & Wetter über die Ziellinie.

Pierre Hofer, Vorstand der pferdewetten.de AG, überreichte dem stolzen Besitzer den Pokal, der bei Guido Schmitt in Düsseldorf seitdem ca. 1,5m² Wohnraum einnimmt.

Pokal3 Pokal2 Pokal1

Guido Schmitt rundete seinen Wettgewinn – kaufmännisch überkorrekt – auf glatte 2.000 € für die Jockeyschule auf.
Der Rest war Jubel, Trubel, Heiterkeit!

Das eigentliche Ziel des Match-Races war erreicht: Dem deutschen Galopprennsport einen pfiffigen Anstrich zu geben und mit einem Augenzwinkern den Beteiligten ein Gesicht zu geben und eine Geschichten zu schreiben. Und damit eine nachhaltige Identifikation mit den Pferden und deren Teams aus Jockeys, Trainern und Besitzern zu ermöglichen.
Dies gelang hervorragend sogar lange über den Renntag selbst hinaus. Der Sieger GAMGOOM wurde in der Online-Umfrage des Galopprennsport-Fachblatts „Sport-Welt“ auf „GaloppOnline.de“ mit weitem Vorsprung als „das Besondere“ des Jahres gewählt, auch weil ihm 2015 inklusive des Match-Races sagenhafte elf Siege gelangen. Der „gute Zweite“ ACH WAS verstarb leider nach einem schweren Koppelunfall im Winterurlaub am 22. März 2016.
An all dem nahmen – und nehmen – die Fans auf der Facebook-Seite „The Match-Race“ regen Anteil, schreiben die Geschichte der beiden Pferde fort. Es gefällt den Fans, dort weiter fleißig zu posten, zu liken und zu teilen sowie Bilder und Videos einzustellen.
Und das Überraschendste: Heute tummeln sich hier mehr registrierte Fans als zum Zeitpunkt des Rennens selbst!